zum Inhalt springen

Dokumentarfilm

Am Dienstag, 26.11.2019, 18.00 - 20.00 h, zeigt das Orientalische Seminar in Kooperation mit Diwan e.V. den Dokumentarfilm „Bukhara Up Close“, über Bukhara als eine über Jahrtausende gewachsene heutige Multi-Kulti-Stadt.

Fragt man nach alten aber noch funktionierenden Städten fallen seit jeher Namen wie Athen, Rom, Alexandria oder Jerusalem. Die zentralasiatische Stadt Buchara findet in diesem Kontext erst seit dem
20. Jh. Erwähnung. Das Territorium Sughdia, in dem die Oasenstadt Buchara liegt, wurde bereits vor mehr als 2.500 Jahren in einer Inschrift der Achämeniden erwähnt. Die Besiedlung Bucharas muss bereits hunderte von Jahren zuvor stattgefunden haben. Die kulturelle und wirtschaftliche Attraktivität dieser an der Karawanenstraße gelegenen Stadt ist der Grund, dass sie über die Jahre immer wieder überfallen, geplündert und zerstört wurde, beispielsweise von den Griechen, Arabern, Mongolen und auch Timur (Tamerlan). Die Rote Armee setzte bei ihrer Eroberung der Stadt 1920 sogar 11 Flugzeuge zur Bombardierung ein.
Die Bucharer haben ihre Stadt immer wieder geduldig auf den Ruinen errichtet. Heute finden Archäologen bis in 20m Tiefe Reste vergangener Zeiten. Bucharas Stadtzentrum zählt seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aufgrund der wirtschaftlichen Anziehungskraft der Stadt, Kriegen, Zwangsansiedlungen sowie der Sowjetisierung ist Bucharas Bevölkerung heute sehr vielfältig. Entsprechend
sind dort auch mehrere Religionen vertreten, die in Freiheit ausgeübt werden können.

Wegen der vielen islamischen Schulen und Moscheen wurde diese Stadt auch "Edles Buchara"(Buchara-i Scharif) genannt. Nach der Islamisierung Irans und Zentralasiens entwickelte sich Buchara zu einem Pol der neupersischen Sprache.

Auch heute sind Gespräche mit älteren Menschen der Stadt geprägt von Gedichten und Sprichwörtern, die zitiert werden. Musik und Tanz gehören für die Bucharer selbstverständlich zum Alltag. Anteil daran hat die komplette Zwangsumsiedlung der Bewohner der Stadt Merw nach Buchara im Jahr 1785, in deren Zuge die Merwis ihre Folklore und Musik in Buchara verbreitet haben; "Mavregie" ist so ein Bestandteil der bucharischen Musik.

Der Film besteht hauptsächlich aus kurzen, stellenweise mit Untertiteln versehenen Szenen, die zwischen 2015 und 2018 aufgenommen wurden. Filmdauer: 96 Minuten.

Der Filmemacher Dr. Massud Hosseinipour aus Berlin wird bei der Filmvorführung anwesend sein.

Veranstaltungsort:
Hörsaal D, Hörsaalgebäude (gegenüber dem Hauptgebäude), Erdgeschoss, Universitätsstr.35, 50931 Köln.